Auswirkungen der Corona-Krise: So können Sie Ihre Baufinanzierung anpassen

Wer aufgrund der Corona-Krise von Kurzarbeit, Arbeitslosigkeit oder fehlenden Aufträgen betroffen ist, bangt nicht nur um seine Existenz, sondern auch um seine Baufinanzierung. Wie sollen die Raten beglichen werden, wenn kein Geld mehr eingenommen wird? Wir verraten Ihnen 3 Tipps, wie Sie Ihre Finanzierung anpassen können.

Die Corona-Krise hat das öffentliche und gesellschaftliche Leben weitestgehend stillgelegt. Zahlreiche Unternehmen mussten vorerst schließen oder Kurzarbeit anmelden, Freischaffende erhalten so gut wie keine Aufträge mehr. Wer in diesen unsicheren Zeiten einen Immobilienkredit abzahlen muss, steht vor finanziellen Herausforderungen. Kommunizieren Sie Ihre Situation an Ihre Bank, sie kann Ihnen folgende Lösungen anbieten:

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1. Tilgungsaussetzung wegen finanzieller Engpässe

Sie sind von Arbeitslosigkeit oder Kurzarbeit betroffen und können Ihre Rate nicht mehr stemmen? Dann ist es möglich, die Rückzahlung des Immobilienkredits für einen bestimmten Zeitraum auszusetzen. In dieser Zeit fallen lediglich die Zinsen an. Im Normalfall müsste diese Option bereits im Vertrag festgelegt werden, unter bestimmten Umständen wie etwa einem unverschuldeten, finanziellen Engpass ist die Tilgungsaussetzung auch ohne vertragliche Vereinbarung gestattet. Die Entscheidung für eine komplette Aussetzung der Tilgung hängt vom Einzelfall ab – und wird zuvor von der kreditgebenden Bank geprüft.

2. Tilgungssatzwechsel verschafft finanziell Luft

Bauherren, die einen Tilgungssatzwechsel in ihren Darlehensvertrag eingebaut haben, können ihre Rate entsprechend verändern und an ihre finanzielle Situation anpassen. Bei einer Senkung des Tilgungssatzes muss allerdings beachtet werden, dass sich die Zeit der Darlehensabzahlung verlängert. Darüber hinaus gilt der Wechsel meist längerfristig. Wer nach der Krise seine Rate wieder anheben möchte, muss dafür – sofern er nicht mehrere Wechsel in seinem Darlehensvertrag vereinbart hat – vermutlich etwas zahlen oder auf die Kulanz der finanzierenden Bank hoffen. Ein Tilgungssatzwechsel ist übrigens generell eine gute Idee: Falls das Haushaltseinkommen deutlich steigt, können Sie Ihren Tilgungssatz auch nach „oben“ hin anpassen.

3. Möglichkeit zur Stundung der Zahlungen

Bei einer Stundung kann die Zahlung der gesamten Monatsrate (inkl. Zins und Tilgung) ausgesetzt werden. Vom 1. April bis zum 30. Juni ist es laut dem geschlossenen Hilfspaket der Bundesregierung möglich, die Monatszahlungen auszusetzen. Die gestundeten Raten werden an das reguläre Ende der Laufzeit angehängt. Das Aussetzen ist lediglich als Zahlungspause bei der Finanzierung zu verstehen. Wird der Shutdown wieder aufgehoben und die Einnahmen fließen wieder, werden die Raten wie gewohnt abgezahlt. Die Bank erhebt für die Zeit der Stundung keine Verzugszinsen und kann Ihnen den Vertrag auch nicht kündigen. Es bleibt abzuwarten, ob das „Gesetz zur Abmilderung der Folgen der Covid-19-Pandemie“ notfalls über den 30. Juni verlängert wird.

Übrigens: Der Gesetzesentwurf gilt auch für Mietverträge. Ab dem 01. April dürfen diese auch bei Zahlungsverzug nicht gekündigt werden – für insgesamt 6 Monate.

Baukindergeld – jetzt noch schnell alle Vorteile nutzen

Noch nie wurden in Deutschland so viele Häuser gebaut oder gekauft wie derzeit. Das liegt nicht nur am allgemein niedrigen Zinsniveau, sondern auch am staatlich gezahlten Baukindergeld. Laut Auskunft der Bundesregierung ist bis jetzt fast ein Drittel des zur Verfügung gestellten Betrages von insgesamt rund 10 Milliarden Euro aufgebraucht. Wie auch Sie vom Baukindergeld profitieren können, erfahren Sie hier.

Seit dem 18. September 2018 können Familien und Alleinerziehende mit kleinem und mittlerem Einkommen Baukindergeld für den Bau oder Kauf einer Immobilie beantragen. Das Baukindergeld ist eine staatliche Leistung der KfW, der Kreditanstalt für Wiederaufbau, die nicht zurückgezahlt werden muss. Für jedes Kind, das im Haushalt lebt, werden zehn Jahre lang 1.200 Euro pro Jahr ausgezahlt, also insgesamt 12.000 Euro pro Kind. Für zwei Kinder dementsprechend 24.000 Euro, bei drei Kindern summiert sich die Förderung auf 36.000 Euro usw. Ausnahme: Bayern. Aufgrund der extrem hohen Immobilien- und Baupreise fördert der Staat Häuslebauer hier sogar mit 1.500 Euro pro Kind und Jahr.
Wird die Immobilie vor Ablauf der Zehn-Jahres-Frist verkauft oder vermietet, endet die Förderung vorzeitig. Es besteht kein Rechtsanspruch auf das Baukindergeld und es wird nur so lange bezahlt, wie die bewilligten Mittel reichen.

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Wer bekommt Baukindergeld?

Leider ist nicht jeder berechtigt, Baukindergeld zu empfangen. Es kommt neben der Anzahl der Kinder im Haushalt unter anderem auch auf das Einkommen an. Folgende Bedingungen müssen erfüllt sein, um als Familie oder Alleinerziehende Aussicht auf die Förderung zu haben:

  • Im Haushalt muss mindestens ein Kind unter 18 Jahren leben, das kindergeldberechtigt ist
  • Der Kaufvertrag für die Immobilie oder die Baugenehmigung darf nicht vor dem 1. Januar 2018 und nicht nach dem 31.12.2020 unterschrieben worden sein.
  • Das neue Haus oder die Wohnung muss Ihre einzige Wohnimmobilie sein.
  • Bei einer Familie (oder Alleinerziehendem) mit einem Kind darf das gesamte Haushaltseinkommen pro Jahr nicht höher als 90.000 Euro sein. Für jedes weitere Kind darf es 15.000 Euro höher liegen.
  • Das neue Eigenheim oder die Eigentumswohnung muss sich in Deutschland befinden.
  • Wer vor der Antragstellung bereits Immobilien besitzt oder besessen hat (gekauft, gebaut, geerbt, geschenkt …), bekommt keine Förderung.
  • Das Haus oder die Wohnung muss mindestens so viel kosten, wie die Höhe des Baukindergeldes beträgt.

Achtung: Die Höhe des Baukindergeldes richtet sich auch nach der Familiensituation am Tag der Antragstellung. Beispiel: Wird eines der Kinder nach der Antragstellung volljährig, ist das volle Baukindergeld förderwürdig. Kommt ein Kind erst nach der Antragstellung zur Welt, gibt es dafür kein Baukindergeld.

So beantragen Sie Ihr Baukindergeld

Zunächst müssen Sie mit der gesamten Familie in den neuen vier Wänden wohnen und dort gemeldet sein. Spätestens drei Monate nach dem Einzug können Sie sich online im KfW-Zuschussportal registrieren.
Nachdem Sie dann den Online-Antrag vollständig ausgefüllt und abgeschickt haben, erhalten Sie eine Eingangsbestätigung und eine Aufforderung, Ihre Identität nachzuweisen. Das können Sie beispielsweise per Video- oder mit dem Postident-Verfahren tun. Im nächsten Schritt laden Sie notwendige Nachweise wie Meldebestätigung, Grundbuchauszug und Einkommenssteuerbescheide hoch.

Baukindergeld statistisch

Nach Angaben der KfW wurden in Sachen Baukindergeld bis jetzt folgende Zahlen ermittelt:

  • 65 Prozent der Antragsteller haben Kinder im Vorschulalter.
  • Mehr als jede dritte Familie hat Kinder unter drei Jahren.
  • In der Regel sind die Antragsteller zwischen 25 und 40 Jahre alt.
  • Bei 60 Prozent der Antragsteller beträgt das Haushaltseinkommen höchstens 40.000 Euro im Jahr.
  • 16 Prozent der Förderungen werden in Großstädten beantragt.
  • 44 Prozent beantragen das Baukindergeld für Immobilien in weiteren städtischen Gebieten.
  • 40 Prozent erwerben Immobilien in ländlicheren Gebieten.
  •  Rund 25 Prozent der Anträge beziehen sich auf Neubauten

Negativzinsen in der Baufinanzierung: Was bedeutet das für Bauherren?

Wer ein Haus bauen möchte, muss in der Regel einen Kredit in Anspruch nehmen. Wie aber wäre es, wenn man beim Abschluss eines Darlehens sogar Geld geschenkt bekommen würde? Grund dafür sind die sogenannten Negativzinsen. Was sie bedeuten und ob Bauherren bereits heute davon profitieren können, erklären wir in unserem Artikel.

Die Zinsen für Baufinanzierungen sind seit Jahren auf Talfahrt und ein Ende des Trends ist nicht in Sicht. Bereits in diesem Jahr waren die Zinsen für zehnjährige Kredite auf einen neuen Tiefststand gerutscht, nachdem sie sich derzeit etwas erholen. Nun könnte eine Tilgung der Zinsen bald ganz der Vergangenheit angehören. Verantwortlich dafür sind Negativzinsen.

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Was bedeuten Negativzinsen?

Lange Zeit galt: Wer auf seinem Bankkonto Geld sparte, erhielt dafür lohnenswerte Zinsen. Doch das gehört mittlerweile der Vergangenheit an, denn die Zinsen für Sparer werden immer überschaubarer. Bei einem Negativzins könnte die Logik umgekehrt werden und der Anleger, der sein Geld bei der Bank parkt, dafür Zinsen zahlen.

Anders gestaltet es sich bei einem Darlehen für eine Baufinanzierung. Wer in der Vergangenheit ein Baudarlehen aufnehmen wollte, musste dafür Zinsen zahlen. Doch bei Finanzierungen mit Negativzins kann es Bauherren passieren, dass sie ihren Immobilienkredit nicht komplett zurückzahlen müssen. Neben Laufzeit, Anlageform oder Bankinstitut liegt der Grund für die Niedrigzinsen beim Leitzins der Europäischen Zentralbank (EZB). Mittlerweile müssen Geschäftsbanken 0,5 Prozent Zinsen zahlen, wenn sie ihre überschüssige Liquidität bei der EZB auslagern möchten. Mit dem Strafzins will die EZB Geldinstitute dazu bringen, mehr Darlehen an private Verbraucher und Unternehmen auszugeben, um auf diese Weise die Wirtschaft anzukurbeln.

Können Bauherren den Negativzins heute schon nutzen?

Baufinanzierungen mit Negativzins werden heute schon von einigen europäischen Banken unter gewissen Voraussetzungen angeboten – zum Beispiel bei der dänischen Jyske Bank. In Deutschland ist die Einführung eines Negativzinses zwar erst einmal nicht absehbar. Allerdings will die staatliche Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) ab 2020 Förderkredite mit negativen Zinsen für Bauvorhaben ausgeben. Das berichtet die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ). Im besten Fall bedeutet das für Bauherren, weniger zurückzuzahlen, als sie zuvor erhalten haben.

Allerdings müssen sich Bauherren und Immobilienverkäufer gedulden. Denn die Abwicklung der KfW-Förderkredite wird von der jeweiligen Hausbank umgesetzt. Und die dürfen für diesen Service eine Bearbeitungsgebühr von bis zu 0,75 Prozent aufschlagen. Auch die Infrastruktur für Negativzinsen steht noch nicht und technische Systeme müssen umgestellt werden. Geduld ist also gefragt.

Baufinanzierung ohne Negativzins

So attraktiv Negativzinsen in der Baufinanzierung auch sein könnten: Bauherren sollten ihren Fokus nicht ausschließlich auf die Zinsentwicklung legen. Bereits heute bieten zahlreiche Banken Baudarlehen zu niedrigen Zinsen an, sodass es sich das Bauvorhaben auch ohne den Negativzins lohnt. Am besten holen Sie sich Angebote unterschiedlicher Geldinstitute ein und planen Ihre finanziellen Möglichkeiten rund um die Finanzierung durch. Neben dem tagesaktuellen Zinsangebot der Bank spielen Eigenkapital, Bonität und Laufzeit eine ebenso große Rolle. Ermitteln Sie auch mögliche Folgen für Ihr Darlehen, sollten die Zinsen doch irgendwann doch wieder steigen. Immerhin dauert es durchschnittlich 30 Jahre, um ein Eigenheim abzuzahlen.

Unser Tipp: Mithilfe des Town & Country Finanzierungsservices ermitteln Sie die günstigsten Konditionen und erfahren, welche Förderprogramme für Ihr Vorhaben infrage kommen.

Bessere Konditionen für staatliche Baudarlehen – Förderbank KfW erleichtert den Bau von Eigenheimen

Die KfW verbessert die Konditionen! 💰
Im aktuellen Newsbeitrag erfährst du Infos als auch Vorteile des KfW-Wohneigentumsprogramms.

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Gibt es ein optimales Alter für den Hausbau?

Ein eigenes Haus ist ein Lebenstraum vieler Menschen. Nicht nur die jüngere Generation, auch Menschen über 50 entscheiden sich für den Neubau von Wohneigentum. Die Banken haben sich darauf eingestellt und vergeben Baukredite mittlerweile ohne Altersgrenze. So richtet sich die Baufinanzierung kaum noch nach dem Alter, sondern eher nach der individuellen Situation. Gibt es dennoch ein optimales Alter für den Hausbau?

Wenn sich Nachwuchs ankündigt oder ein junges Paar überlegt zusammenzuziehen, können diese neuen Lebensabschnitte auch mit Hausbauplänen verbunden sein. Im späteren Alter ist es vielleicht eine Erbschaft oder einfach der Wunsch nach Eigentum, der zum Hausbau führt. Es gibt viele Gründe, die für den Neubau einer eigenen Immobilie sprechen. Wann ist aber das beste Alter, um den Schritt in die eigenen vier Wände zu wagen? Gibt es ein ideales Alter für den Hausbau?

Grundsätzlich können Bauherren in jedem Alter ein Haus bauen. Entscheidend ist eher deren persönliche und finanzielle Lebenssituation. Die Baufinanzierung mit einem Kredit hängt von der Erwerbstätigkeit und dem Eigenkapital ab, weshalb das Alter kaum Einfluss auf die Konditionen hat. Außerdem: Die seit 2016 gültige EU-Wohnimmobilienkreditrichtlinie gibt vor, bei der Kreditvergabe niemanden aufgrund des Alters zu diskriminieren. Die Banken müssen lediglich sicherstellen, dass die Kreditnehmer in der Lage sind, den Kredit zurückzuzahlen.

Hausbau für junge Familien und Paare zwischen 20 und 30

Je früher Bauwillige den Schritt zum Hausbau wagen, umso mehr Zeit haben sie den Kredit abzubezahlen, was sich positiv auf die Konditionen auswirkt. Wenn Paare oder junge Familien sich im Alter um die 30 für den Hausbau entscheiden, haben sie meist noch über 25 Jahre Zeit für die Tilgung des Kredits. Beachten sollte man allerdings, dass man für langfristige Kredite besser eine lange Zinsbindung vereinbart, damit die Tilgung planbar ist. Einzig allein das Eigenkapital ist bei jungen Menschen oft ein Problem. Durch die momentanen Niedrigzinsen haben sie kaum die Möglichkeit dieses anzusparen. Banken gehen meist von 15 % Eigenkapital aus, welches die Kaufnebenkosten eines Grundstückes abdecken. Allerdings kann man fehlendes Eigenkapital auch durch handwerkliches Geschick wett machen. Eigenleistungen wie Boden verlegen, Tapezieren oder Malern lassen sich als Eigenkapital anrechnen.

Bauherren ab 50 Jahre: hohes Eigenkapital, kürzerer Tilgungszeitraum

Bauwillige ab 50 haben oft andere finanzielle Voraussetzungen als junge Paare in den 20ern. Zum einen verfügen sie meist über mehr Sparguthaben oder können eine Erbschaft mit einbringen. Zum anderen verdienen sie oftmals besser und können so eine höhere Summe von ihrem Einkommen für die Tilgung nutzen. Bei den Kreditkonditionen einer Baufinanzierung ist darauf zu achten, dass die Kreditlaufzeit nicht über das Renteneintrittsalter reicht und wenn doch, auf die zu erwartende Rente abgestimmt ist. Abhängig von der Kredithöhe sollten eine hohe Anfangstilgung von mindestens 5 %, viel Eigenkapital und höhere Sondertilgungen einkalkuliert werden. Idealerweise sollten die Bauherren zum Renteneintritt möglichst schuldenfrei sein.

Town & Country Haus unterstützt Bauherren jeden Alters

Bauherren, die den Schritt ins Eigenheim mit Town & Country Haus wagen, profitieren von dessen langjähriger Erfahrung. Mit über 35 000 gebauten Massivhäusern hat der Hausanbieter viele Bauherren jeglichen Alters zu glücklichen Eigenheimbesitzern gemacht. Durch einen einzigartigen Hausbau-Schutzbrief sind die Bauherren vor, während und nach dem Hausbau optimal abgesichert. So unterstützt zum Beispiel ein banken-unabhängiger Finanzierungsservice bei der Erstellung eines Finanzierungsplans, holt für die Bauherren Finanzierungsangebote ein und kann meist oft bessere Konditionen aushandeln. So wird ein sicherer Hausbau für junge sowie ältere Menschen möglich.

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Ein Jahr Baukindergeld – Eine erste Auswertung

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Um Wohneigentum zu fördern und dabei Familien zu unterstützen, entschied man sich 2018 für die Einführung des Baukindergeldes. Nun gab es anlässlich des einjährigen Bestehens eine erste Auswertung mit überraschenden Ergebnissen. Was Familien bei der Antragsstellung zukünftig beachten müssen und ob das Baukindergeld bis zum Ende verfügbar bleibt, erfahren Sie hier!

Vor einem Jahr wurde das Baukindergeld als staatliche Förderung für den Kauf oder Bau von Wohneigentum für Familien mit Kindern eingeführt. Die Förderung sollte vor allem junge Familien mit geringem und mittlerem Einkommen unterstützen und ihnen so den Traum vom Eigenheim ermöglichen. Das zuständige Bundesinnenministerium, auch Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat, kurz BMI, genannt, zog anlässlich des einjährigen Bestehens im September das erste Fazit.

Seit der Einführung gingen knapp 135.000 Anträge bei der Förderbank KfW ein, die für die Auszahlung verantwortlich ist. 70 Prozent der Antragsteller sind zwischen 25 und 40 Jahre alt. Bei 60 Prozent liegt das zu versteuernde Haushaltseinkommen bei maximal 40.000 Euro. Mehr als 80 Prozent der Antragssteller haben ein oder zwei Kinder. Die Mehrheit davon, nämlich 65 Prozent, sind Familien mit Kindern im Alter von 2 bis 6 Jahren. Nur bei 35 Prozent der Antragssteller sind die Kinder unter zwei Jahren alt.
Ebenso wurde das Baukindergeld mehrheitlich für den Kauf von Bestandsimmobilien genutzt. Lediglich bei 24 Prozent wurde der Neubau von Wohneigentum gefördert. Bisher wurden Fördermittel in Höhe von 2,8 Milliarden Euro vergeben, insgesamt stehen 9,9 Milliarden Euro zur Verfügung.

Budgetrahmen bleibt – gute Aussichten bis 2021

Im Zuge der Auswertung erklärte das Bundesministerium unter anderem, das Budget des Baukindergelds nicht zu erhöhen, auch wenn der Fördertopf früher aufgebraucht sei. Die Anträge werden der Reihe nach bearbeitet. Hier gilt also: wer zuerst kommt, kriegt zuerst. Da bereits im ersten Jahr etwa ein Drittel des Fördergeldes vergeben wurde, stellt sich die Frage, wann die Mittel ausgeschöpft sein werden. Bauwillige, die auf das Fördergeld setzen, müssen also gut planen. Hochrechnungen zu Verfügbarkeit des Baukindergeldes können beim Planen helfen, auf sie versteifen sollte man sich allerdings nicht. So geht man momentan davon aus, dass die Förderung für maximal 833.333 Kinder oder 490.195 Anträge reichen wird. Werden weiterhin wöchentlich bei der KfW 2.400 Anträge gestellt werden, liegen bis Ende 2019 insgesamt etwa 169.865 Anträge vor, bis Ende 2020 285.065 und bis Oktober 2021 400.265 Anträge. Das sind also optimistische Aussichten für Familien, die erst im kommenden Jahr ihre Hausbau-Pläne angehen wollen.
Grundsätzlich raten Finanzexperten ab, das Baukindergeld für die monatlichen Kreditzahlungen einzuplanen. Meist ist die Laufzeit des Darlehens länger als das Baukindergeld, sodass dann gegebenenfalls eine Finanzierungslücke entstünde. Das Fördergeld sollte besser für Sondertilgungen oder Ausgaben wie Carport oder Gartenanlage genutzt werden.

Allgemeines zum Baukindergeld

Baukindergeld gibt es für Familien, Paare und Alleinerziehende mit mindestens einem Kind unter 18 Jahren, für das sie Kindergeld beziehen. Das zu versteuernde Haushaltseinkommen darf eine Grenze von 75.000 Euro im Jahr nicht übersteigen und pro Kind gilt zusätzlich ein Freibetrag von 15.000 Euro. Berechtigte erhalten pro Kind 1.200 Euro pro Jahr für die Dauer von 10 Jahren. Somit werden pro Kind maximal 12.000 Euro ausgezahlt.

Entscheidend für die Beantragung von Baukindergeld ist das Datum des Kaufvertrags oder der Baugenehmigung. Einen Antrag auf Baukindergeld können Familien stellen, die zwischen dem 1.Januar 2018 und dem 31.Dezember 2020 ihren Kaufvertrag unterzeichnet bzw. eine Baugenehmigung erhalten haben. Dies ist jedoch nicht der Termin für den Einzug, welcher auch noch nach dem 31.12.2020 liegen kann. Die Deadline für den Einzug ist der 31.12.2023, also bis zu drei Jahre nach dem Kauf. Der Antrag auf Förderung kann erst nach dem Bezug der Immobilie und bis spätestens sechs Monate nach dem Einzug bei der KfW online über das KfW-Zuschussportal gestellt werden.

Förderbedingungen im Mai 2019 korrigiert

Gefördert werden der Ersterwerb von selbstgenutzten Immobilien, Neubauten und Eigentumswohnungen, die in Deutschland liegen. Die Förderbedingungen wurden zum 17. Mai 2019 korrigiert und eingeschränkt. Ausgenommen von der Förderung sind seitdem Ferien- und Wochenendimmobilien, Schenkungen, Erbschaften und sonstige Übertragung von Wohneigentum im Rahmen der vorweggenommenen Erbfolge. Ebenso ist der Erwerb oder die Übertragung von Eigentum auf Dauer zwischen Ehepartnern oder anderen Lebenspartnern oder von Verwandten in gerader Linie, sowie der Wiedererwerb von Immobilien, die bereits früher schon Eigentum gewesen sind, von der Förderung ausgeschlossen.

Baukindergeld treibt Preise für Bestandsimmobilien

Kritiker des Baukindergelds bemängeln, dass die Förderung bislang zu stark für den Kauf von Bestandsimmobilien genutzt und damit kein neuer Wohnraum geschaffen wurde. Dieser ist jedoch dringend notwendig, um den angespannten Mietwohnungsmarkt zu entlasten. Zudem sind seit der Einführung des Baukindergelds aufgrund der gestiegenen Nachfrage die Preise für bestehende Häuser gestiegen. Die Förderung wirkt sich damit nachteilig auf einkommensschwache Familien aus. Gerade vor dem Hintergrund, dass Immobilien zum wichtigen Bestandteil der Altersvorsorge werden, ist es sinnvoll, Eigentum zu erwerben. Das Institut der Deutschen Wirtschaft fordert daher, dass die Kauferwerbsnebenkosten sinken, damit weniger Eigenkapital notwendig ist. Zum Beispiel sollte ein Freibetrag auf die Grunderwerbssteuer eingeräumt und die Notarkosten gesenkt werden.

Niedrige Bauzinsen erleichtern Bau des Eigenheims

Familien, die das Baukindergeld als Förderung nutzen wollen, sollten sich zuallererst von einem Baufinanzspezialisten das Budget, das ihnen für den Hauskauf zu Verfügung steht, ausrechnen lassen. Durch das erneute Sinken der Bauzinsen sind Baukredite so günstig wie nie. Selbst wenn noch kein Grundstück in Aussicht ist, können Bauwillige von einem Massivhausanbieter wie Town & Country Haus Angebote für den Bau eines Massivhauses zum Festpreis einholen. Die Town & Country Haus Bauspezialisten kennen sich aus mit den Förderprogrammen, die für die Bauherren in Frage kommen und sind ebenfalls bei der Suche eines Baugrundstückes behilflich. Zudem bietet der Town & Country Finanzierungsservice die Möglichkeit das Baukindergeld in Kooperation mit der Cronbank vorzufinanzieren. So kann es bereits im Rahmen der Finanzierungsplanung als eigenkapitalersetzendes Mittel berücksichtigt werden.

Der aktuelle Stand im Bereich Wohnungs – und Baupolitik – Was hat sich seit Beginn 2019 getan?

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Anfang September nahm der Bundestag nach der parlamentarischen Sommerpause die Arbeit wieder auf. Bezahlbaren Wohnraum schaffen und ökologisches Wohnen fördern sind und bleiben Schwerpunkte der Regierungskoalition. Knapp zwei Monate vor dem Ende 2019 nun ein erstes Fazit: Wie ist der aktuelle Stand im Bereich Wohnungs- und Baupolitik? Was muss noch passieren, damit der Wohnraummangel abnimmt?

In letzter Zeit berichteten Medien immer wieder von steigenden Immobilienpreisen, steigenden Mieten und Wohnraummangel. Diesen Problemen wollte sich die Regierungskoalition annehmen. Seit Jahresbeginn hat sich einiges in der Wohnungs- und Baupolitik getan, vor allem bei den Themen Mietpreisbremse, Baukindergeld, Erwerb von Wohneigentum, Reform der Grundsteuer, Schaffung von Bauland und Förderungen von umweltfreundlichen Bauen. Nun neigt sich 2019 dem Ende und es ist an der Zeit ein Fazit zu ziehen: Was brachten die ergriffenen Maßnahmen? Bei welchen Themen besteht noch Handlungsbedarf?

Mietpreisbremse und Mietendeckel

Zum 1. Januar 2019 verschärfte die Große Koalition die Mietpreisbremse, um drastische Erhöhungen der Kaltmiete von bis zu 45 % einzudämmen. Seitdem darf bei Neuvermietung von Bestandswohnraum in Gebieten mit einem angespannten Wohnungsmarkt die geforderte Miete die Vergleichsmiete nur noch um höchstens 10 % übersteigen. Von dieser Regel ausgenommen sind Neubauten und modernisierte Bestandswohnungen. Hier sind Vermieter nicht an Vergleichsmieten gebunden.

Der Koalitionsausschuss beschloss am 18. August 2019 eine Verlängerung der Mietpreisbremse um weitere fünf Jahre. Unrechtmäßig zu viel verlangte Miete kann so auch rückwirkend zurückgefordert werden. Auch der Betrachtungszeitraum für die ortsübliche Vergleichsmiete ist von vier auf sechs Jahre verlängert worden. Zwei Tage später, am 20. August 2019, bestätigte das Bundesverfassungsgericht die Vereinbarkeit von Mietbremse und Grundgesetz. Die Richter merkten jedoch an, dass der fehlende Wohnraum nicht durch Einfrieren der Mietpreise geschaffen wird, sondern durch Bauen von neuen Wohnungen. Zudem ist Familien, die eine größere Wohnung suchen, mit einer Mietpreisbremse nicht automatisch geholfen. Vermieter würden weiterhin gutverdienenden Singles und Paaren eher den Zuschlag für eine Wohnung geben. Um das zukünftig zu verhindern, soll ein Gesetzentwurf zur Reform des Mietspiegelrechts bis Jahresende vorgelegt werden.

Baukindergeld

Im Herbst 2018 führte die Bundesregierung das Baukindergeld ein. Bis voraussichtlich 2021 werden beim Bau oder Kauf einer selbstgenutzten Immobilie Familien mit Kindern mit 12.000 Euro pro Kind über 10 Jahre lang gefördert. Laut einer Analyse des Hamburger Instituts für Stadt-, Regional- und Wohnforschung (Gewos) hat sich dadurch der Umsatz von Ein- und Zweifamilienhäusern um 10 % gesteigert. Im Jahr 2018 wurden 248.500 Einfamilienhäuser gekauft – so viele wie noch nie zuvor, berichtet die FAZ am 29.8.2019. Der Eigentümerverband Haus & Grund kritisiert, dass der größte Teil des Fördergeldes in bestehende Immobilien fließt und damit den Eigentumserwerb und nicht den Wohnungsbau fördert. Bis Ende 2019 soll die Förderung evaluiert werden, damit die Wohnungsbauprämie durch Anpassungen für weitere Impulse sorgt.

Kosten für den Erwerb von Wohneigentum

Der Koalitionsausschuss hat sich in der Tagung vom 18. August 2019 für die Senkung der Nebenkosten für den Kauf von selbstgenutztem Wohnraum ausgesprochen. Die Nebenkosten für Notar, Grundbuchamt, Grunderwerbssteuer und eventuell Maklerkosten machen derzeit ca. 15 % der Kaufnebenkosten aus. Zudem sollen zukünftig Käufer von Wohnungen und Einfamilienhäusern maximal die Hälfte der Maklerkosten tragen müssen.

Reform der Grundsteuer

Die derzeit größte Baustelle in der Wohnungs- und Baupolitik ist die Reform der Grundsteuer. Diese wird nicht nur von Eigentümern gezahlt, sondern auch auf Mieter umgelegt. Die derzeitige Berechnungsformel, welche auf Einheitswerten beruht, ist veraltet und soll nach Vorgabe des Bundesverfassungsgerichts bis Ende 2019 reformiert werden. Nach dem momentanen Stand der Planung kommt es in den Bundesländern zu unterschiedlichen Berechnungsregeln. Bundesfinanzminister Olaf Scholz möchte die Berechnung der Grundsteuer anhand der Grundstückswerte, dem Alter der Gebäude und der durchschnittlichen Mietkosten vornehmen. Manche Bundesländer streben aber eine gerechtere und einfachere Berechnung anhand der Grundstücksfläche an. Die neuen Bewertungsgrundlagen sollen ab 2025 gültig sein.

Bauland

Ebenso hat die Koalition Maßnahmen zur Schaffung von Bauland beschlossen. Die Mobilisierung von Bauland für Grundstücke des Bundeseisenbahnvermögens (BEV) soll hierfür die Grundlage sein. Bietet der Bundeshaushalt 2020 finanzielle Spielräume, soll ein zusätzliches Budget von 100 Mio. Euro für ein Investitionspaket zur Reaktivierung von Brachflächen insbesondere für den preiswerten Mietwohnungsneubau zur Verfügung gestellt werden. Zudem sollen die Kommunen mehr Möglichkeiten bekommen, Baulücken durch die Weiterentwicklung des Vorkaufsrechts oder durch ein erleichtertes Baugebot zu schließen. Im ländlichen Raum soll die Außengebietsentwicklung erleichtert und eine neue Baugebietskategorie „Dörfliches Wohngebiet“ eingeführt werden.

Förderung von umweltfreundlicherem Bauen

Die Regierung plant Anreize für den Umstieg auf klimafreundliche Heizsysteme und die energetische Gebäudesanierung. Über konkreten Maßnahmen und deren Finanzierungsvolumen wird im Gesamtkontext aller Klimaschutzmaßnahmen entschieden.

 

 

Der aktuelle Stand im Bereich Wohnungs – und Baupolitik – Was hat sich seit Beginn 2019 getan?

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Anfang September nahm der Bundestag nach der parlamentarischen Sommerpause die Arbeit wieder auf. Bezahlbaren Wohnraum schaffen und ökologisches Wohnen fördern sind und bleiben Schwerpunkte der Regierungskoalition. Knapp zwei Monate vor dem Ende 2019 nun ein erstes Fazit: Wie ist der aktuelle Stand im Bereich Wohnungs- und Baupolitik? Was muss noch passieren, damit der Wohnraummangel abnimmt?

In letzter Zeit berichteten Medien immer wieder von steigenden Immobilienpreisen, steigenden Mieten und Wohnraummangel. Diesen Problemen wollte sich die Regierungskoalition annehmen. Seit Jahresbeginn hat sich einiges in der Wohnungs- und Baupolitik getan, vor allem bei den Themen Mietpreisbremse, Baukindergeld, Erwerb von Wohneigentum, Reform der Grundsteuer, Schaffung von Bauland und Förderungen von umweltfreundlichen Bauen. Nun neigt sich 2019 dem Ende und es ist an der Zeit ein Fazit zu ziehen: Was brachten die ergriffenen Maßnahmen? Bei welchen Themen besteht noch Handlungsbedarf?

Mietpreisbremse und Mietendeckel

Zum 1. Januar 2019 verschärfte die Große Koalition die Mietpreisbremse, um drastische Erhöhungen der Kaltmiete von bis zu 45 % einzudämmen. Seitdem darf bei Neuvermietung von Bestandswohnraum in Gebieten mit einem angespannten Wohnungsmarkt die geforderte Miete die Vergleichsmiete nur noch um höchstens 10 % übersteigen. Von dieser Regel ausgenommen sind Neubauten und modernisierte Bestandswohnungen. Hier sind Vermieter nicht an Vergleichsmieten gebunden.

Der Koalitionsausschuss beschloss am 18. August 2019 eine Verlängerung der Mietpreisbremse um weitere fünf Jahre. Unrechtmäßig zu viel verlangte Miete kann so auch rückwirkend zurückgefordert werden. Auch der Betrachtungszeitraum für die ortsübliche Vergleichsmiete ist von vier auf sechs Jahre verlängert worden. Zwei Tage später, am 20. August 2019, bestätigte das Bundesverfassungsgericht die Vereinbarkeit von Mietbremse und Grundgesetz. Die Richter merkten jedoch an, dass der fehlende Wohnraum nicht durch Einfrieren der Mietpreise geschaffen wird, sondern durch Bauen von neuen Wohnungen. Zudem ist Familien, die eine größere Wohnung suchen, mit einer Mietpreisbremse nicht automatisch geholfen. Vermieter würden weiterhin gutverdienenden Singles und Paaren eher den Zuschlag für eine Wohnung geben. Um das zukünftig zu verhindern, soll ein Gesetzentwurf zur Reform des Mietspiegelrechts bis Jahresende vorgelegt werden.

Baukindergeld

Im Herbst 2018 führte die Bundesregierung das Baukindergeld ein. Bis voraussichtlich 2021 werden beim Bau oder Kauf einer selbstgenutzten Immobilie Familien mit Kindern mit 12.000 Euro pro Kind über 10 Jahre lang gefördert. Laut einer Analyse des Hamburger Instituts für Stadt-, Regional- und Wohnforschung (Gewos) hat sich dadurch der Umsatz von Ein- und Zweifamilienhäusern um 10 % gesteigert. Im Jahr 2018 wurden 248.500 Einfamilienhäuser gekauft – so viele wie noch nie zuvor, berichtet die FAZ am 29.8.2019. Der Eigentümerverband Haus & Grund kritisiert, dass der größte Teil des Fördergeldes in bestehende Immobilien fließt und damit den Eigentumserwerb und nicht den Wohnungsbau fördert. Bis Ende 2019 soll die Förderung evaluiert werden, damit die Wohnungsbauprämie durch Anpassungen für weitere Impulse sorgt.

Kosten für den Erwerb von Wohneigentum

Der Koalitionsausschuss hat sich in der Tagung vom 18. August 2019 für die Senkung der Nebenkosten für den Kauf von selbstgenutztem Wohnraum ausgesprochen. Die Nebenkosten für Notar, Grundbuchamt, Grunderwerbssteuer und eventuell Maklerkosten machen derzeit ca. 15 % der Kaufnebenkosten aus. Zudem sollen zukünftig Käufer von Wohnungen und Einfamilienhäusern maximal die Hälfte der Maklerkosten tragen müssen.

Reform der Grundsteuer

Die derzeit größte Baustelle in der Wohnungs- und Baupolitik ist die Reform der Grundsteuer. Diese wird nicht nur von Eigentümern gezahlt, sondern auch auf Mieter umgelegt. Die derzeitige Berechnungsformel, welche auf Einheitswerten beruht, ist veraltet und soll nach Vorgabe des Bundesverfassungsgerichts bis Ende 2019 reformiert werden. Nach dem momentanen Stand der Planung kommt es in den Bundesländern zu unterschiedlichen Berechnungsregeln. Bundesfinanzminister Olaf Scholz möchte die Berechnung der Grundsteuer anhand der Grundstückswerte, dem Alter der Gebäude und der durchschnittlichen Mietkosten vornehmen. Manche Bundesländer streben aber eine gerechtere und einfachere Berechnung anhand der Grundstücksfläche an. Die neuen Bewertungsgrundlagen sollen ab 2025 gültig sein.

Bauland

Ebenso hat die Koalition Maßnahmen zur Schaffung von Bauland beschlossen. Die Mobilisierung von Bauland für Grundstücke des Bundeseisenbahnvermögens (BEV) soll hierfür die Grundlage sein. Bietet der Bundeshaushalt 2020 finanzielle Spielräume, soll ein zusätzliches Budget von 100 Mio. Euro für ein Investitionspaket zur Reaktivierung von Brachflächen insbesondere für den preiswerten Mietwohnungsneubau zur Verfügung gestellt werden. Zudem sollen die Kommunen mehr Möglichkeiten bekommen, Baulücken durch die Weiterentwicklung des Vorkaufsrechts oder durch ein erleichtertes Baugebot zu schließen. Im ländlichen Raum soll die Außengebietsentwicklung erleichtert und eine neue Baugebietskategorie „Dörfliches Wohngebiet“ eingeführt werden.

Förderung von umweltfreundlicherem Bauen

Die Regierung plant Anreize für den Umstieg auf klimafreundliche Heizsysteme und die energetische Gebäudesanierung. Über konkreten Maßnahmen und deren Finanzierungsvolumen wird im Gesamtkontext aller Klimaschutzmaßnahmen entschieden.